MiG 15 bis Hobby Boss 1:72

Galerie

Bild: MiG 15 Hobby Boss 72 Teile in Verpackung Bild: MiG 15 Hobby Boss 72 Teile ohne Verpackung Bild: MiG 15 Hobby Boss 72 Teile 2
Bild: Mig 15 bis Hobby Boss 72 Teile und Plan Bild: MiG 15 bis Hobby Boss 72 Lackierplan Bild: Mig 15 bis Hobby Boss 72 Decals
Bild: MiG 15 Walkaround Squadron Bild: Mig 15 4 Plus
Muster:MiG 15 bis Fagot
Hersteller:Hobby Boss
Maßstab:1:72
Erscheinungsdatum:Winter 2008
Autor:Ernst Kögel

Fazit Kurzform

Als Bausatz ist die Hobby Boss Mig 15 bis perfekt: Passgenau, gut detailliert und maßhaltig. Selbst ein Anfänger kann in kürzester Zeit ein tolles Modell herstellen. Allerdings haben sich wieder einige kleine Fehler eingeschlichen. Trotzdem ist diese MiG der beste MiG 15 bis Bausatz in 1:72.

Original/Geschichte

Der Erstflug der MiG 15 fand bereits 1947 statt. Ab 1949 erhielten die Einsatzgeschwader die als MiG 15 A bezeichnete erste Version. Während der Prototyp noch von einem original Rolls Royce Nene Triebwerk angetrieben wurde, erhielt  die Serienversion den sowjetischen Nachbau RD 45. Ab 1950 löste die verbesserte MiG 15 bis, die das stärkere VK-1 Triebwerk, größere Luftbremsen und NR-23 Kanonen hat, die MiG 15 der früheren Serien ab. Alleine in der Sowjetunion wurden 7936 Exemplaren dieser Version gebaut. Außerdem wurde ein Doppelsitzer zur Schulung entwickelt, der in vielen Luftwaffen länger im Einsatz stand, als der Einsitzer.
Als die MiG 15 1950 über Korea auftauchte stellte sie eine böse Überraschung für die USA und ihre Verbündeten dar. Sie deklassierte die bis dahin eingesetzten Propellerflugzeuge und Jets mit geraden Tragflächen. Erst mit der amerikanischen F-86 Sabre hatte die MiG 15 wieder einen gleichwertigen Gegner. Letztlich gab die Erfahrung und Ausbildung der Piloten den Ausgang der Luftgefechte. Neben unerfahrenen chinesischen und koreanischen Piloten, die von den Stärken ihrer Flugzeuge nicht profitieren konnten, waren sowjetische Veteranen im Einsatz, die sich als gleichwertige Gegner erwiesen.  Nach der Auswertung östlicher Quellen mußten auch die allzu optimistischen Abschußstatistiken der USAF korrigiert werden. Das NATO Air Standards Coordinating Committee gab dem neuen Flugzeug den Codenamen Fagot.
Aber der Einsatz über Korea ist nur ein Aspekt der Geschichte dieses legendären Flugzeuges: Alle Luftwaffen des Warschauer Paktes waren in den 50er Jahren mit MiG 15 ausgestattet. In Polen (Lim-2) und der Tschechoslowakei wurde die MiG 15 in Lizenz gebaut. In der Volksrepublik China wurden Einsitzer (Shenyang J-2) nur montiert, Doppelsitzer aber nachgebaut. Zur Erstausstattung Luftstreitkräfte der NVA der DDR gehörte dieser Typ ebenfalls.
Korea war auch nicht der einzige Konflikt, in der MiG 15 eine Rolle spielten, auch im Nahen Osten war dieser Typ auf arabischer Seite im Einsatz. Viele gebrauchte MiG 15 wurden von den Warschauer Pakt Staaten an „befreundete“ Nationen in Afrika und Asien weitergegeben, als sie den Anforderungen in Zentraleuropa nicht mehr entsprachen. Neben den eher gleichen alufarbenen MiG 15 der Warschauer Pakt Luftwaffen gibt es daher viele exotische Tarnanstriche, die den Modellbauer herausfordern.


Bausatz

Bereits in den 60ere Jahren hatte Airfix eine MiG 15 im Programm, der man allerdings das Alter ansieht. Besser war der KP Bausatz, der immer noch empfehlenswert ist. Eine Enttäuschung dagegen stellte der Dragon Kit dar, den zeitweise auch Italeri im Programm hatte: Gute Details konnten die fehlende Maßhaltigkeit und Vorbildtreue nicht ausgleichen. Eduards angekündigte MiG 15 ist immer noch nicht erschienen.
 Erfreulich ist es deshalb, dass Hobby Boss jetzt einen günstigen MiG 15 Bausatz anbietet. Wie üblich ziert ein verfremdetes Modellfoto den Deckel der Schachtel. Trotz des niedrigen Preises ist der Kasten relativ luxuriös aufgemacht: Tragflächen Rumpf und Klarsichtteile sind auf einem Kunststoffeinsatz, wie wir ihn sonst aus Gebäck- oder Pralinenpackungen kennen, fixiert, der Rest der 51 grauen und 3 Klarsichtteile ist auf einem  Spritzrahmen unter diesem Einsatz. Damit ist dieser Kit  auch umfangreicher als andere Hobby Boss Bausätze in dieser Preisklasse. In nur 3 Schritten illustriert die übersichtliche Bauanleitung die Montage der Hobby Boss MiG 15. Das Cockpit besteht aus einer Wanne, an deren Seitenwände Geräte und Gerätbretter angeprägt sind. Der bereits angegossene Steuerknüppel ist leider etwas einfach ausgeführt. Das Instrumentenbrett besitzt keine Details. Es gibt auch kein Decal, das diesen Mangel kaschieren könnte. Am Schleudersitz sollten Gurte und eventuell  Armlehnen ergänzt werden. Da diese Teile aber getrennt beiliegen,  kann man sie relativ einfach durch after market Produkte ersetzen. Die glasklare Schiebehaube ist nur einteilig ausgeführt. Wer sie geöffnet darstellen will, muss die Windschutzscheibe vom hinteren Haubenteil trennen. Cockpit, der Luftkanal vor dem Cockpit und die Düse werden dann in den unkonventionell horizontal geteilten Rumpf eingebaut. Wichtig ist es, im Bug ein Gewicht unterzubringen, damit das fertige Modell auf dem Bugrad steht. In der ansonsten klaren Bauanleitung gibt es keinen Hinweis darauf und das Ergebnis sieht man ja auf dem Deckel: Ein Modell, das auf dem Heck steht. Die Tragflächen werden zwischen Rumpf Ober- und Unterteil eingesetzt. V-Form und Anstellwinkel sind so optimal fixiert. Eine Ungenauigkeit an der Tragfläche betrifft die Grenzschichtzäune, die beim großen Vorbild direkt an der Flächenkante beginnen und höher sind. Die beiden inneren Grenschichtzäune haben Ausschnitte, durch die der Pilot eine bessere Sicht auf die Landeklappenanzeiger haben sollten. Nicht alle MiG 15 hatten solche Ausschnitte, vor allem waren sie nur auf der linken Seite angebracht. Jetzt  erfolgt der Einbau des Fahrwerkes, wobei das Bugfahrwerk nicht optimal getroffen ist. Allerdings verschwindet viel vom Bugfahrwerk im Schacht und zwischen den Klappen. Die Fahrwerkschächte weisen einige Details auf. Die Luftbremsen können ausgefahren montiert werden, auf den meisten Fotos sind sie aber geschlossen abgebildet. Das Höhenleitwerk ist geringfügig zu groß. Am linken Höhenruder fehlt die Trimmklappe. Zum Schluß müssen noch einige Kleinteile angebaut werden: Die vorderen Enden der Kanonen, der Antennenmast und die Höhenmesser unter der Tragfläche. Es liegen 2 verschiedene Zusatztanks bei: die früheren PTB-260 und die späteren PTB-400. Ohne Korrekturen und Detaillierung des Cockpits erhält man in kürzester Zeit ein schönes Modell.
Hobby Boss liefert Decals für zwei verschiedene MiGs mit: Eine sowjetische, die 1951 in China stationiert war und eine chinesische mit roter hinterer Hälfte, die aber einem Flugzeug entspricht, das zur Zeit in den  USA als „Red Fox“ von einem Privatmann geflogen wird. Sie enthalten nur die notwendigsten Markierungen: Hoheitsabzeichen, Nummern und einen roten Pfeil für die sowjetische Maschine, allerdings findet man in den Publikationen auch wenig Hinweise auf Stencils und Warnmarkierungen, wie sie bei westlichen Flugzeugen üblich sind. Bemalung und Platzierung der Decals wird in einer farbigen 4-Seiten-Ansicht für jede Variation dargestellt. Die Farben werden in Mr.Hobby, Vallejo, Modelmaster, Tamiya und  Humbrol Farben benannt.



Fazit

Die MiG 15bis von Hobby Boss ist trotz einiger kleiner Fehler die bisher beste MiG 15 in 1:72. Der einfache Aufbau und die gute Passform lassen auch Anfänger in kürzester Zeit zu einem guten Modell kommen. Das Preis/Leistungsverhältnis dieses Bausatzes ist hervorragend. Diese MiG kann allen Modellbauern vom Anfänger bis zum Experten empfohlen werden.