BAe Hawk T.1 OzMods 1:144

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Muster:BAe/HS Hawk T.1
Hersteller:OzMods
Maßstab:1:144
Erscheinungsdatum:Ende 2008
Autor:Ernst Kögel

Fazit Kurzform

Endlich ein Spritzguß Hawk in 1:144. Allerdings ist dieser Bausatz nicht für Anfänger oder zum Einstieg in den kleinen Maßstab geeignet. Wer nur einen wirklich guten Hawk bauen will, wird in anderen Maßstäben fündig. Wer aber seine 1:144er Sammlung komplettieren will, der kommt an OzMods nicht vorbei. Der Bausatz ist wirklich nur für erfahrene Modellbauer geeignet.

Original/Geschichte

Die RAF suchte in den sechziger Jahren Ersatz für die Folland Gnat und Hawker Hunter T.7 Trainer. 1971 entschied man sich für den Hawker Siddeley Aircraft (HSA) Entwurf gegen den von BAC und den deutsch-französischen Alpha Jet. Zunächst wurden 176 Trainer bestellt. Im August 1974 startete das jetzt Hawk T.1 genannte Flugzeug mit Duncan Simpson zum Erstflug.
Bereits im November 1976 konnte die RAF die erste Serienmaschine übernehmen.
Neben der Trainer Rolle erfüllte das neue Flugzeug eine Vielzahl von Aufgaben, wie Zieldarstellung, Zielschleppen, beim No 100 Squadron in Leeming flogen Hawks sogar zeitweise als „Aggressor“. Der Hawk erreicht Mach 0,85, im Sturzflug sogar Überschallgeschwindigkeit. Für Waffentraining kann das Flugzeug mit einem Aden Kanonen–Behälter , Übungsbomben oder SNEB Raketenbehältern ausgerüstet werden.  Die Reichweite kann zusätzlich durch 2 455l Abwurftanks gesteigert werden. Ab1983 wurden 88 Hawks zur Aufnahme von AIM-9L Sidewinder Luftkampfraketen modifiziert. In Zusammenarbeit mit Tornado F.3 sollten diese T.1A genannten Hawks die Luftverteidigung der britischen Inseln verstärken.  Am bekanntesten wurde dieses Flugzeug durch seinen Einsatz bei den Red Arrows. 1980 ersetzten 11 rote Hawks die Folland Gnats des RAF Kunstfluteams und begeistern seither viele Millionen Zuschauer.
Die US Navy wählte eine T-45 Goshawk genannte Version des Hawk als Nachfolger für die betagten T-2C Buckeye und TA-4J Skyhawk Jet-Trainer. Dazu wurde dieses Flugzeug Flugzeugträger- tauglich gemacht.
Der Versuch eine einsitzige Variante Hawk 200 zu vermarkten, war nur ein bescheidener Erfolg beschieden: Oman, Indonesien und Malaysia kauften den Hawk 200.
Seit 1981 entwickelte BAe (Hawker Siddeley ist inzwischen in BAe aufgegangen) mit der Mk.100 eine neue Version mit der weitere Kunden unter  anderem Australien, Süd Afrika, Indien und Canada gewonnen werden konnten.  Der Rumpf wurde auffällig verlängert, um Platz für Elektronik zu schaffen. Am Seitenleitwerk wurden RWR Antennen installiert. Die Tragflächenenden können jetzt Sidewinder Lenkwaffen tragen. Möglich wurden diese Modifikationen durch den Einbau einer stärkeren Version des Adour Triebwerkes.
Der Hawk ist ein Exporterfolg der britischen Luftfahrtindustrie: Insgesamt 18 Nationen kauften dieses Flugzeug.


Bausatz

Während im Maßstab 1:72  Matchbox, Airfix, Fujimi und Italeri (dieser Bausatz war  auch bei  Revell im Programm) und 1:48 Airfix , Italeri und Premiere Spritzgußbausätze anbieten, waren die 1:144 Fans auf die Vacus von Welsh angewiesen. Ozmods bringt jetzt einen Spritzgußbausatz der Hawk T.1 auf den Markt. Das winzige Modell ist wie bei Ozmods üblich in einem Beutel, an den die Bauanleitung angeheftet ist, verpackt.  An 3 Gußästen hängen 32 dunkelgraue Spritzgußteile. Die Cockpithaube ist tiefgezogen und liegt doppelt bei, falls etwas bei der Montage schief geht. Dass es sich um einen Kleinserienbausatz handelt, sieht man auf den ersten Blick:  Dicke Angüsse und viel Grat  müssen erst entfernt werden, bevor man an die eigentliche Montage gehen kann. Dabei ist das Plastik sehr spröde und bricht leicht. Je besser man die Teile säubert, desto besser passen sie später zusammen. Wie bei solchen Kits üblich, fehlen Paßstifte.
Das Cockpit besteht aus einem Bodenteil, an das die Steuerknüppel gegossen sind. Seitenkonsolen fehlen leider. Auf den Instrumentenbrettern sind Instrumente durch Gravuren angedeutet. Durch entsprechende Bemalung wirkt dies sehr realistisch. Die beiden Martin Baker MB10 Schleudersitze sind sehr gut getroffen. Während die Trennwand zwischen vorderem und hinterem Sitz mit angebautem Blendschutz  für das zweite Instrumentenbrett enthalten ist, fehlt die Rückwand des Cockpits und sollte aus Plastikresten eingebaut werden. Viel ist allerdings hinter dem zweiten Schleudersitz nicht zu sehen. Das fertige Cockpit und der Luftauslaß des Adour-Triebwerkes werden in eine Rumpfhälfte eingebaut. In die Nase vor dem Cockpit sollte man etwas Ballast plazieren, damit das Modell später auf dem Bugrad steht. Dann können die Rumpfhälften zusammengeklebt werden. Die Lufteinläufe der Triebwerke sind ab der Mitte verschlossen. Aufbohren sorgt hier für mehr Tiefe. Die einteilige Tragfläche paßt nach umfangreichen Säuberungsarbeiten gut unter den Rumpf. Die Landeklappenschienen und Grenzschichtzäune sind bereits an die Tragfläche angespritzt. Während das Seitenleitwerk (Teil14) gut in den Schlitz am Rumpf paßt, müssen die Höhenleitwerke (12 und 13) angepaßt werden. Dies gilt auch für die beiden Strakes (25 und 26) am Heck. Das Pitotrohr (29) werden die meisten Modellbauer wahrscheinlich durch eine dünne Nadel ersetzen.
Das Fahrwerk ist relativ einfach gehalten. Die Räder sind bereits an die Fahrwerks-Beine angespritzt. Die Klappen sind für den Einbau bei eingezogenem Fahrwerk optimiert und müssen bei ausgefahrenem Fahrwerk erst zerschnitten werden.
Als Außenlast liegen zwei 455l Tanks und ein Kanonenbehälter bei. Außerdem liegen leere Pylone  bei, die mit Abwurfwaffen aus dem Ozmods Resin Sortiment (odeer aus anderen Quellen) bestückt werden können.
 Am Schwierigsten ist sicher die Anpassung der tiefgezogenen Kabinenhaube. Aber man hat ja zwei Versuche.
Das relativ kleine Decalsheet läßt zwei Dekorationen zu: Ein grau / grün rundum-getarnter Hawk des 151 Squadrons aus Chivenor der RAF und ein Flugzeug der Schweizer Flugwaffe der Fliegerschule 1 in Emmen in rot weiß grauenTrainer-Lackierung. Allerdings wurden die Schweizer Hawks inzwischen nach Finnland verkauft. Die RAF hat ihre Hawks auch anders angestrichen: Außer den roten Flugzeugen der Red Arrows und einigen Sonderanstrichen sind heute alle RAF Hawks glänzend Schwarz lackiert.


Fazit

OzMods schließt mit dem Hawk T.1 eine Lücke bei den 144er Modellen. Allerdings ist dieser Bausatz nicht für Anfänger oder zum Einstieg in den kleinen Maßstab geeignet. Wer nur einen wirklich guten Hawk bauen will, wird in anderen Maßstäben fündig. Wer aber seine 1:144er Sammlung komplettieren will, der kommt an OzMods nicht vorbei. Erfahrene Modellbauer, die einige Arbeit investieren, werden sicher aus dem OzMods Kit ein schönes Modell erschaffen können. Als nächstes kündigt OzMods ein Modell der Version MK100 an.