Tornado Gr.1 Revell 1:144

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Bild: Tornado Gr 1 Revell 144 alle Teile Bild: Tornado Gr 1 Revell 144 RAF Teile Bild: Tornado Gr 1 Revell 144 RAF Decals
Bild: Tornado Gr1 Laser Pod Ausschnitt Bild: Tornado GR1 FRA Bild: Tornado GR 1 Original Vollbild zu Ausschnitt
Bild: Tornado RAF Revell 144 Literatur Evans
Muster:Tornado GR.Mk.1
Hersteller:Revell
Maßstab:1:144
Erscheinungsdatum:2009
Autor:Ernst kögel

Fazit Kurzform

Die Tornado GR.1 in 1:144 von Revell ist natürlich nur eine Variante des 2006 erschienenen Bausatzes. 2 neue Gußäste enthalten alternative Antennen und britische Außenlasten. Leider fehlt der charakteristische Laser Pod am Bug. Sonst ist an dem Modell nichts auszusetzen. Gutes Plastik, schöne Decals, leicht zu bauen, preiswert,- das Modell kann Anfängern und Experten empfohlen werden.

Original/Geschichte

Das Mehrzweckkampfflugzeug Tornado wurde Ende der 60er Jahre auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges konzipiert. Die Gemeinschaftsentwicklung von Großbritannien, Italien und Deutschland sollte die Radarüberwachung des Warschauer Paktes im Tiefstflug unterfliegen. Durch Schwenkflügel und Schubumkehr kommt der Tornado mit relativ kurzen Start-und Landebahnen aus. Der Erstflug dieses zweisitzigen Jagdbombers, der konventionelle oder nukleare Waffen tragen sollte,  fand 1974 statt. Ab 1979 wurden die Tornados an die Luftstreitkräfte der 3 Vertragspartner, sowie die deutschen Marineflieger ausgeliefert. Als einziger Exportkunde konnte Saudi-Arabien gewonnen werden.

Insgesamt erhielt die RAF zunächst 228 Tornados. 11 Angriffs und Aufklärungs Squadrons, davon 8 bei der RAF Germany, wo sie die Buccaneer ablöste, wurden ab 1982 mit der Tornado Gr.1 ausgerüstet. Neben der Angriffsversion IDS entwickelte Großbritannien noch eine Jagdversion, die außer der  RAF von den Saudis geordert wurde. Auch Italien leaste einige Tornados F3, um die Zeit zwischen Außerdienststellung des Starfighters  im 36. und 83. Stormo bis zur Einführung des Eurofighters zu überbrücken.

 RAF und Italienische Tornados kamen 1991 im Irak zum Einsatz.

Durch verschiedene Nachrüstmaßnahmen bei RAF, italienischer – und Bundes-Luftwaffe zählen die Tornados immer noch zu  den effektivsten Kampfflugzeugen der Gegenwart. Die gegenwärtig bei der RAF eingesetzte Variante GR.4 wurde ab 1998 bis 2003 ausgeliefert. Aber erst seit April 2001 gilt die GR.4 als voll einsatzfähig..

Dennoch machten die  Einspar- und Umstrukturierungs-Massnahmen auch vor der Tornadoflotte der RAF nicht halt: Nur 142 der einst 228 Flugzeuge wurden auf GR.4 Standard gebracht. Die Royal Air Force will ihre Tornados ab 2018, spätestens 2025 ablösen.

Bausatz

Im kleinen Maßstab 1:144 gibt es schon mehrere Tornado-Modelle. Die seit Juni 2006 ausgelieferten Revell- Bausätze Tornado IDS und ECR sind immer noch erste Wahl. Mitte 2007 erschien noch die Decalvariante „ white Tiger“, eine attraktive Sonderlackierung des AG 51. Alle drei sind bis auf die Decals und die Farbe des Plastiks identisch. Über diese Bausätze wurde bereits in der IMN berichtet. Aktuell wird die RAF Version GR.1 als Neuheit angeboten. Wie unterscheidet sich nun der neue Kit von seinen Vorgängern? Neben den beiden bereits bekannten Hauptgußästen hat Revell 2 neue mit Teilen für eine RAF Tornado GR.1 beigelegt. Die Unterschiede zwischen den Tornados der   verschiedenen Betreiber betreffen vor allem die Avionik und Bewaffnung. RAF Tornados haben andere Antennen und Sensoren als die deutschen und italienischen. So sind die beiden Blattantennen am Seitenleitwerk (VOR Antennen) enthalten. Leider hat Revell den Ferranti Laser Entfernungsmesser (LRMTS), der abnehmbar unter dem Bug rechts neben dem Bugradschacht angebracht ist, nicht dargestellt. Außer den Prototypen und den Trainingsflugzeugen in Cottesmore sind alle RAF Tornado GR.Mk.1 mit dem LRMTS ausgerüstet. Bei der Mk.4 kommt dann noch ein FLIR Pod auf der linken Seite dazu, aber das ist eine andere Geschichte. Die beiden UHF-Blattantennen  auf dem Rumpfrücken sind in Plastik nur schwer darstellbar. Auch hier hilft nur der Eigenbau.

Das Cockpit besteht aus 7 Teilen, bei Dragon wird an gleicher Stelle lediglich ein Teil mit 2 menschenähnlichen Gebilden, die wohl Piloten auf Schleudersitzen darstellen sollen, montiert. Allerdings sind auf den Seitenkonsolen keine und den Instrumentenbrettern nur wenige Gravuren. Dies ist optimal für Decals, die sich auch auf dem Decalsheet befinden. Auch die Schleudersitze sind für den kleinen Maßstab gut getroffen. Ganz Geschickte werden eventuell Gurte ergänzen wollen. Natürlich passt die Cockpitwanne ohne Nacharbeit in  das vordere Rumpfsegment. Wie bei fast allen Flugzeugmodellen mit Bugfahrwerk sollte in der Nase etwas Gewicht untergebracht werden, damit das fertige Modell sicher steht. Die Klarsichthaube ist in einem Stück gegossen, muss also zersägt werden, wenn man sie geöffnet darstellen will. Die Luftbetankungsanlage wird extra montiert. Bei der RAF war diese Anlage auch nicht immer angebaut. Vor allem die Tornados der RAF Germany flogen ohne Tanksonden. Sie hatten einen zusätzlichen internen Tank, um die Rechweite zu steigern, außerdem größere Abwurftanks (Hindenburger). Der Tankausleger kann ausgefahren dargestellt werden.  Etwas schwierig ist der Anbau des Pitotrohres am Bug. Der weitere Zusammenbau unterscheidet sich nicht von dem bereits bekannten der Luftwaffen Tornados.

Das Fahrwerk ist für den kleinen Maßstab gut detailliert. Die Bugfahrwerk-Klappen sind wie häufig für den eingefahrenen Zustand optimiert und müssen erst mit dem Skalpell zertrennt werden.

Neben den bereits bekannten  Außenlasten 2 AIM 9L Sidewinder  Luft-Luft-Raketen, 2 Zusatztanks und ECM-Ausrüstung (BOZ und Cerberus) kommen bei der GR.1 ein Sky Shadow ECM Pod, 4 X 1000 lb Freifallbomben, 2 X1000 lb LGB MK13, 2 X ALARM Flugkörper und die typischen größeren  „Hindenburger“Zusatztanks dazu.

Nur kurze Zeit am Anfang ihrer Laufbahn flogen die Serien-Tornados bei der RAF mit hellgrauen Unterseiten, dann folgte der  grau-grüne Rundumtarnanstrich, der für den Einsatz am Golf Sandfarben (Dessert Pink) übermalt wurde. Für Winterübungen in Norwegen erhielten auch die RAF Tornados einen temporären Tarnanstrich: Weiße Segmente wurden mit abwaschbarer Farbe auf den Standardanstrich aufgebracht. Spätestens mit der Umrüstung auf GR Mk.4 wurden auch die RAF Tornados grau gespritzt.

Revells Tornado soll im grün/grauen Standardanstrichbemalt werden. Die Farbangaben beziehen sich nur auf Revellfarben, weshalb wieder mehrere Farbtöne gemischt werden müssen, die nicht bei Revell im Sortiment sind.

Leider enthält der Decalsatz nur eine Tornado GR.Mk.1 des No27 Squadron RAF Marham, allerdings im farbenfrohen Sonderanstrich zum 75. Jubiläum 1990. Die großen grün/gelben Farbflächen nehmen so viel Raum ein, daß für eine Alternative kein Platz mehr ist.. Wie üblich ist der Bogen umfangreich und gut gedruckt.

Weitere Decals für RAF Tornados in 1:144 gibt es bei Xtradecals und mit dem neuen Revellbausatz habe ich endlich die Chance, einige der auf diesem Sheet befindlichen Markierungen auf einem guten Modell zu präsentieren.

 

Fazit

Revells Tornado GR Mk.1 in 1:144 ist eine modifizierte Neuauflage des 2006 erschienen New Mould Bausatzes. Die 2 neuen Gußäste ergänzen den immer noch zeitgemäßen Bausatz dieses wichtigen Flugzeugs. Der fehlende Laser Pod kann sicher leicht scratch gebaut werden. Das gute Preis/ Leistungsverhältnis sollte dazu animieren, sich ein ganzes Geschwader zuzulegen.