F-18 D Wild Weasel Revell 1:144

| Muster: | F/A-18 D Hornet "Wild Weasel" |
| Hersteller: | Revell |
| Maßstab: | 1:144 |
| Erscheinungsdatum: | 2009 |
| Autor: | Ernst Kögel |
Fazit Kurzform
Bis auf das neue 2-Mann Cockpit sind die Bauteile des neuen Bausatzes mit dem 2003 erschienen Kit des Eisitzers identisch. Auch Revells F/A-18 D präsentiert sich als gut zu bauender, paßgenauer und preiswerter Bausatz. Er kann Anfängern wie Experten empfohlen werden.
Original/Geschichte
Die F/A-18 Hornet hatte ihren Ursprung in der Northrop YF-17 Cobra, die gegen die F-16 im Wettbewerb um einen Leichtbaujäger für die USAF unterlag. Die Navy schätzte aber den Vorteil der 2 Triebwerke und wollte das Potential der YF-17 nutzen. So entstand in Zusammenarbeit mit McDonnell Douglas die verstärkte und Flugzeugträger-taugliche F-18 Hornet. Diese Umkonstruktion ging nicht problemlos: Die versprochenen Leistungen konnten lange nicht erreicht werden. Das neue Kampfflugzeug sollte sich aber neben der Offensivrolle auch im Luftkampf selbst verteidigen können. In den 80er Jahren löste die F/A-18 Hornet die A-7 Corsair II in den leichten Angriffsgeschwadern der US Navy und bei den Marines ab. Während die Piloten Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit ihres neuen Jets lobten, hatte die Hornet zwei Probleme: Zu geringe Reichweite und Zuladung. Meist flogen die F-18 mit 3 Zusatztanks, die dann 3 Pylone blockierten. Nach den Versionen A und B wurden ab 1987 die verbesserten Versionen C und D ausgeliefert. Zweisitzige Hornets werden bei der US Navy zur Schulung und für Einweisungsflüge verwendet. Bei den Marines ersetzten sie außerdem die allwettertauglichen A-6 Intruder OA-4 M Skyhawk in den VMFA (AW). Neben Nacht- und Allwetter Präzisionsangriffen gehören „Fast FAC“ (vorgeschobene Luftbeobachtung) und SEAD (Suppression of Enemy Air Defence) zu den Aufgaben der Marines F/A-18 D. So kamen die F/A-18 D der VMFA (AW)121 „Green Knights“ bereits 1991 über dem Irak, später über dem Balkan, Afghanistan und beim zweiten Irak-Krieg zum Einsatz. sowie die
Mc Donnell Douglas konnte auch einige Exportkunden gewinnen: Finnland, Schweiz und Spanien fliegen die Hornet in Europa, außerdem Kanada, Australien und Kuwait.
Bei der US Navy wird die F/A-18 C und D seit 2003 durch die größeren und leistungsfähigeren F/A-18 E und F Super Hornet ersetzt.
Bausatz
Bereits 2003 erschien bei Revell eine gute einsitzige Hornet. Auch bei anderen Herstellern ist dieser Typ im Programm (Minicraft, LS, Dragon), doch Revell hatte den Typ am besten getroffen. Dazu waren Cockpit, Zusatztanks und Waffenzuladung auf der Höhe der Zeit. Der jetzt erschienene Kit der zweisitzigen F/A-18 D baut auf dem bewährten Einsitzer auf und unterscheidet sich nur durch das zweisitzige Cockpit und die geänderte Haube. An 2 grauen Gußästen hängen 52 Teile. Die glasklare Cockpithaube ist bereits geteilt und kann geöffnet dargestellt werden. Die übersichtliche Bauanleitung begleitet die Montage in 21 Schritten.
Am Anfang steht natürlich der Zusammenbau des gut ausgestatteten Cockpits: Wanne, Steuerknüppel, die die F-18 im Gegensatz zum Sidestick der F-16 besitzt, Instrumentenbretter und Schleudersitze wollen verbaut werden. Leider hat Revell auf dem umfangreichen Decalsheet keine Abziehbilder für Seitenkonsolen und Instrumentenbretter beigelegt. Sie sind auch nicht graviert. So bleibt nur der feine Pinsel, um die Bildschirme, Instrumente und Panelen anzudeuten. Die Sitze vertragen Gurte. Nach dem Einbau des Cockpits schreitet der Zusammenbau rasch voran: An der oberen Rumpfhälfte sind Tragflächen und Höhenleitwerke bereits angespritzt, die untere enthält die schön detaillierten Fahrweksschächte. Mit den Lufteinläufen, Radom, hier sollte etwas Ballast für den sicheren Stand auf dem Bugrad eingelegt werden, und den beiden Seitenleitwerken sieht unser Modell dann schon wie eine F-18 aus. Die Triebwerksauslässe können noch nach dem Lackieren angebaut werden.
Das Fahrwerk ist einfach, aber gut detailliert. Etwas Arbeit machen die Klappen. Sie sind wieder einmal für den geschlossenen Zustand optimiert und müssen für ein Modell, das auf dem Fahrwerk stehen soll, erst entlang der Gravuren zerschnitten werden.
Es folgt der Anbau der Pylone, die mit verschiedenen Waffen bestückt werden können: AGM 88 HARM (Teil 38), AGM –84 SLAM (Teil 37) oder AGM-65 Maverick (Teil 40) und zur Selbstverteidigung AIM-9L Sidewinder an den Flächenspitzen. Für die Rumpfstation liegt ein Abwurftank bei. Außerdem können ein FLIR und ein Laser Pod an den Rumpf angehängt werden. Tatsächlich sind die F/A-18 D der Marines häufig mit 3 Tanks beladen. Für den Fast FAC Einsatz tragen sie auch ganz normale „Eisen“- Bomben oder Zuni Raketen, Teile die in dem LS Waffensatz enthalten sind, der leider in Deutschland schwer zu bekommen ist. Beim Anbringen der Pylone fällt übrigens der einzige Fehler des Modells auf: Die Scharniere der Landeklappen sind zu weit vorne unter den Tragfläche platziert und enden vor den gravierten Klappen: Sie müßten natürlich bis auf die Landeklappen reichen. Eine Korrektur ist sicher nicht unmöglich, durch den Anbau der Pylone und Waffen verschwinden sie auch etwas aus dem Blickfeld.
Die guten, wieder einmal von DACO entworfenen Decals lassen 2 Flugzeuge zu: Eine F/A-18D der VMFA(AW)-224 „Bengals“ mit schwarzem Zusatztank, Seitenleitwerk und Tigerstreifen auf dem Seitenruder. Neben dem 4-Seiten-Riss in der Bauanleitung hilft sicher auch das Deckelbild beim Anbringen der Abziehbilder. Die Alternative ist eine graue Standard F/A-18D der VFA-125 „Rough Raiders“. Die Farbangaben beziehen sich zwar auf das Revell-Sortiment, der Tarnanstrich wird aber auch mit FS-Nummern benannt.
Fazit
Die neue F/A-18 D von Revell im Maßstab 1:144 zeigt einmal mehr, was selbst im kleinen Maßstab möglich ist. Ein Bausatz, der Anfängern wie Könnern empfohlen werden kann. Hoffen wir, daß Revell auch einmal europäische Hornets, etwa den Schweizer Tiger, als Decalvariante herausbringt.





